Warum in die Ferne schweifen

Warum verreisen wir, wenn das Gute doch nahe liegt? Aus welchem Grund möchten wir so gern in die Ferne? Kann es nur weit weg schön sein? Ist es nur ein Abhaken von Zielen oder besteht wirklich der Wunsch zu verreisen?

Jessica von Yummy Travel stellt in ihrer Blogparade die interessante Frage „Warum in die Ferne schweifen?“ Sie hat ein paar Fragen als Anregung mitgegeben:

  • Warum bist du ein Reisender?
  • Was macht den Reiz für dich aus?
  • Ist es für dich eine Alternative, dein Reiseverhalten einzuschränken?
  • Hat sich dein Reiseverhalten jemals geändert?
  • Kennst du Menschen, die sich selbst einsperren?
  • Lässt du dich z.B. durch Medienberichte abschrecken?
  • Können wir noch etwas optimieren?

 

Ich denke, für jeden bedeutet Urlaub etwas anderes und man verbindet die unterschiedlichsten Wünsche damit. Meiner Meinung nach, sollte Urlaub einfach Erholung, Spaß, Entspannung und viele neue Eindrücke in jeglicher Form beinhalten.

Entspannung pur - Sonnenaufgang in Portugal an der Algarve

Entspannung pur – Sonnenaufgang in Portugal an der Algarve

Warum in die Ferne schweifen?

Die Menschen verreisen, um neue Länder, Orte, Menschen und Kulturen kennen zu lernen und denken, dies kann nur in der Ferne möglich sein. Das ist so nicht ganz richtig. Neue Orte und Menschen kann ich auch ganz in der Nähe im eigenen Land „aufstöbern“. Es liegt an einem selber wie man sein Ziel wahrnehmen wird  –  ob nah oder fern.

Warum bist du ein Reisender?

Wir verreisen gerne ins Ausland, aber sind ebenso gern auch in Deutschland unterwegs. Ganz besonders erholsam ist ein Kurztrip über das Wochenende. Diese Trips sind für uns „Durstlöscher“ vor der längeren Reise. Sie machen den Kopf frei und hinterlassen neue Eindrücke. Sobald Reisen etwas mit Abhaken zu tun hat, verliert es seinen Sinn. Wir reisen um uns viele schöne Orte anzusehsen, zu erleben und aufgetankt wieder in den Alltag einzusteigen. Reisen ist Spannung pur und macht Spaß.

Tagesausflug zum Schloss Neuschwanstein, dass im Nebel verschwand

Tagesausflug zum Schloss Neuschwanstein, dass im Nebel verschwand

Kurztrip nach Wilhelmshaven

Kurztrip nach Wilhelmshaven

Das Reisen ins Ausland hatte schon immer etwas faszinierendes und reizvolles an sich. Sie sind aber manchmal etwas beschwerlicher und vielleicht auch anspruchsvoller als ein Ausflug in eine nahegelegene Parkanlage. Wir machen das so, dass – solange wir gesund und fit sind – wir die „anstrengenden“ Reisen jetzt unternehmen und die „leichteren“ auf später verlegen möchten … wobei Ausnahmen ja immer die Regel bestärigen 🙂 Im Jahr 2014 waren wir komplett in Deutschland unterwegs!

Speicherstadt in Hamburg

Speicherstadt in Hamburg

Brandenburger Tor in Berlin

Brandenburger Tor in Berlin

Frauenkirche in Dresden

Frauenkirche in Dresden

Goethes "Faust" im Auerbach-Keller in Leipzig

Goethes „Faust“ im Auerbach-Keller in Leipzig

Dieser kleine Ausschnitt unserer Reisen innerhalb von Deutschland zeigt wie schön es bei uns ist. Alle Touren haben nie den Eindruck hinterlassen, dass etwas fehlte, weil man nicht in die Ferne verreist ist.

Was macht den Reiz für dich aus?

Mich reizt am Reisen ganz besonders die Planung und Vorbereitung. Jetzt wird manch einer vielleicht mit den Augen rollen, aber mir macht das Spaß. Reisen beginnt ja nicht erst mit dem Abflug oder Abfahrt, sondern schon lange vorher. Besonders das Informieren über sein Reiseziel ob mit Reiseführer, Buch, Blog, Dokumentation, Freunde, Familie, etc. hat seinen Reiz und ist schon Vorfreude; hier beginnt der Urlaub bereits ein bißchen. Der größte Reiz ist dann das tatsächliche Erleben an Ort und Stelle und das bezieht sich auf alles.

Ist es für dich eine Alternative, dein Reiseverhalten einzuschränken?

Das Reiseverhalten würde ich dann einschränken, wenn finanzielle, gesundheitliche oder zeitliche Gründe dafür sprechen, aber nicht, um von vornherein ein weit entferntes Ziel auszuschließen. Eine Änderung vielleicht auch eine Einschränkung beim Reisen kann erfolgen sobald ich mit Kindern reise. Schlussendlich liegt es an den Eltern wie flexibel und offen sie sind.

Hat sich dein Reiseverhalten jemals geändert?

Unser Reiseverhalten hat sich in der Hinsicht verändert, dass wir bis vor 2 Jahren mit unseren Kindern verreist sind und jetzt nur noch als Paar allein unterwegs sind. Unsere Ziele richten sich nach der Länge des Urlaubes und wie es für die Kinder am besten ist, wenn sie zu Hause bleiben. Unsere Reisen ohne Kinder in den letzten zwei Jahren führten uns nach Lettland, Niederlande, Italien, England, Tschechien und Portugal. Diese Ziele waren eine interessante Abwechslung zu den bisherigen Touren.

Schwarzhäupterhaus in Riga, Lettland

Schwarzhäupterhaus in Riga, Lettland

Grachten in Amsterdam, Niederlande

Grachten in Amsterdam, Niederlande

Kolosseum in Rom, Italien

Kolosseum in Rom, Italien

Tower Bridge in Londen, England

Tower Bridge in Londen, England

Altstädter Astronomische Uhr in Prag, Tschechien

Altstädter Astronomische Uhr in Prag, Tschechien

Denkmal der Entdeckungen in Lissabon, Portugal

Denkmal der Entdeckungen in Lissabon, Portugal

Kennst du Menschen, die sich selbst einsperren?

Ich glaube, jeder kennt Menschen, die sich selbst „einsperren“ und ihre Komfortzone nicht verlassen möchten. Außerhalb der Komfortzone geht man einen Schritt in Richtung Entwicklung, Flexibilität und Offenheit. Diese Faktoren benötigen wir im täglichen Leben und auf Reisen! Menschen, die ihre Komfortzone nie verlassen möchten (manche können sie aus unterschiedlichen Gründen nicht verlassen, dass sind aber ganz wenige!) und nicht wirklich flexibel sind, nehmen sich oft viel selber im Leben und sperren sich ein bißchen ein bzw. aus. Das ist sehr schade, denn das Gute liegt so nah und in der Ferne.

Lässt du dich z.B. durch Medienberichte abschrecken?

Medienberichte halten mich nicht vom Reisen ab. Würde man jedes Land und Ort als Reiseziel streichen, was sich gerade negativ in den Medien befindet, ist keine große Auswahl mehr da. Natürlich steht die Sicherheit an erster Stelle und ich würde nicht in ein aktuelles Kriegsgebiet reisen.

Können wir noch etwas optimieren?

Eine Optimierung sehe ich darin, wenn alle Menschen anfangen, die Sitten, Gebräuche und Kultur ihrer Reiseländer zu akzeptieren und nicht erwarten, dass sie z. B. Deutschland in der Türkei oder Ägypten antreffen!  Wir alle sind in über 190 Ländern der Welt selber Ausländer. Wie viel entspannter könnte alles sein, wenn sich die Menschheit das immer vor Augen halten würde.

Den Artikel möchte ich mit dem Satz von Johann Wolfgang von Goethe schließen, der für alle Reisen ob nah oder fern gilt:

Das ist das Angenehme auf Reisen, dass auch das Gewöhnliche durch Neuheit und Überraschung das Ansehen eines Abenteuers gewinnt.

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