Weimar – ein Tag mit Goethe, Amalia und Ferdinand Herzog

Weimar – eine Stadt, die unter anderem für ihr kulturelles Erbe, Musikhochschule, Weimarer Klassik und natürlich der bekannten Herzogin Anna Amalia Bibliothek bekannt ist – liegt in Thüringen zwischen Erfurt und Jena. Schon immer wollte ich einmal den Rokokosaal in der Bibliothek sehen und mir natürlich die Stadt Weimar anschauen. In Weimar liegt alles sehr zentral zusammen, die Stadt ist nicht riesengroß und man kann gut zu Fuß alles erkunden. Ich nehme dich mit auf meinem Streifzug durch die Kulturstadt …

Weimar

Weimar ist eine kreisfreie Stadt in Thüringen, liegt an der Ilm, hat über 64.000 Einwohner, war in 1999 Kulturstadt Europas, ist Universitätsstadt und reich an kulturellen Hinterlassenschaften … ich sag nur Schiller, Goethe, Nietzsche, Herder, Wieland, Liszt, Strauss, Bach, u.v.m. Schiller, Goethe, Herder und Wieland sollten die Weimarer Klassik prägen. Die Weimarer Klassik bezeichnet im Verständnis des 19. Jahrhunderts die Zeit, in der das vorgenannte Viergestirn in Weimar wirkte.

Herzogin Anna Amalia Bibliothek

Als ich in Weimar reinfahre, beginnt die Suche nach einem Parkplatz. Kurzerhand entschloss ich mich in der Tiefgarage Am Goethehaus zu parken was sich als optimal rausstellte. Die Bibliothek war keine 200 m entfernt und das Zentrum schloss sich direkt dahinter an. Der Besuch der Herzogin Anna Amalia Bibliothek ist ein Muss, wenn du in Weimar bist. Die Bibliothek wurde 1691 als Herzogliche Bibliothek von Herzog Wilhelm Ernst in Weimar gegründet. Zum 300jährigen Jubiläum wurde die Bibliothek 1991 in Herzogin Anna Amalia Bibliothek umbenannt, da Anna Amalia die größte Förderin war.

Die Namensgeberin Herzogin Anna Amalia

Die Namensgeberin Herzogin Anna Amalia

Du solltest dir die Eintrittskarte vorher im Internet buchen, da nur ein kleines Kontingent an Tageskarten zur Verfügung steht und diese schnell weg sind. Mein Eintrittstermin war um 11.00 Uhr und da war bereits ein Schild mit dem Vermerk „Ausverkauft“ angebracht. Die Bibliothek beschäftigt sich mit Literatur- und Kulturgeschichte und hat ihren Schwerpunkt auf der deutschen Literatur von der Aufklärung bis zur Spätromantik. Der ovale und über drei Geschosse reichende Rokokosaal ist das Highlight und einfach überwältigend.Rokokosaal k-20161029_112648

k-20161029_114302 Du findest in der Bibliothek nicht nur Bücher, sondern auch viele Statuen und Gemälde. Sie zeigen die Persönlichkeiten, die in Weimar gelebt und gewirkt haben.

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Goethe mit seinem Schreiber Johann Schmeller im Arbeitszimmer

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Goethe’s Büste – der Dichter mit 82 Jahren

Noch bekannter wurde die Bibliothek als in 2004 ein Brand im Dachgeschoss ausbrach und einen Großteil an Büchern, Gemälden, Drucke usw. vernichtet wurden. Der Schaden ging in die Millionenhöhe. Der Rokokosaal wurde ebenfalls zerstört. Drei Jahre dauerte der Wiederaufbau, aber die Bibliothek und der Rokokosaal strahlen heute wieder in altem Glanz.

Gemälde

Rekonstruktion nach dem Brand – Deckengemälde Genius des Ruhms im Rokokosaal

Weitere Informationen zur Herzogin Anna Amalia Bibliothek findest du hier.

Platz der Demokratie

Nicht unweit der Bibliothek befindet sich der Platz der Demokratie mit dem Reiterdenkmal von Herzog Carl August. Das Fürstenhaus am Platz der Demokratie ist ein ehemaliges Schloss, das heute die Hochschule für Musik Franz Liszt beherbergt. Beeindruckend an dem Gebäude ist die Säulenreihe in der Mitte, darüber befindet sich ein Balkon, dessen Balustrade mit Urnen bestückt ist. Auf der Rückseite des Gebäudes steht ein großer Ginkgo biloba (eine in China heimische Baumart), den Goethe mit seinem Hofgärtner dorthin pflanzte.

Karl August

Reiterdenkmal Carl August

Schloss

Schloss am Platz der Demokratie

Ginkgo

Ginkgo

Altstadtrundfahrt durch Weimar

Wie kann man eine Stadt am besten erkunden? Mit einer tollen Altstadtrundfahrt in einer Droschke! Dies habe ich in Weimar gemacht. Der Marktplatz, wo die Fahrten beginnen, liegt nur einen Steinwurf vom Platz der Demokratie entfernt. Der Vorteil gegenüber einem Bus ist, dass du in einem gemächlichen Tempo durch die Altstadt fährst und alles viel besser aufnehmen kannst. Ein Bus ist da doch oft schneller und so manche Sehenswürdigkeit rauscht dann an einem vorbei. Die Fahrt führte uns vorbei an der Stadtkirche St. Peter und Paul mit dem Herder-Denkmal davor, am Historischen Friedhof, am Haus Jagemann, am Postgebäude, wir erhielten Einblick in die Schillerstraße, die für Kutschen gesperrt ist und fuhren an Goethe’s Wohnhaus sowie am Haus von Frau von Stein vorbei und kamen über die Herzogin Anna Amalia Bibliothek wieder zurück zum Marktplatz.

Kirche Herder-Denkmal

Kirche St. Peter und Paul

Jagemann

Haus Jagemann

Haus Frau von Stein

Haus Frau von Stein

Postgebäude

Postgebäude

Goethes Wohnhaus

Goethe’s Wohnhaus

Die kurzweiligen Informationen und Hintergründe bei der Altstadtrundfahrt waren sehr informativ. Start und Ziel der Rundfahrten ist am Marktplatz vor dem Hotel Elephant, das 1696 gegründet wurde.

Hotel Elephant

Hotel Elephant

Infos und Buchung für Kutsch- oder andere Stadtrundfahrten gibt es bei der Tourist-Information.

Marktplatz

Der Marktplatz in Weimar zeichnet sich durch sein schönes neugotisches Rathaus und den vielen alten Häusern mit beeindruckenden Fassaden aus.

Rathaus

Rathaus

Haus Haus

Zentrum

Zurück von der Stadtrundfahrt ging es zu Fuß in die Schillerstraße – die Fußgängerzone in Weimar. Ich kam auch an Schiller’s Wohnhaus vorbei (von 1802 – 1826 lebte die Familie Schiller dort) und lief bis zum Nationaltheater, um mir einmal in echt das davorstehende Goethe-Schiller-Denkmal anzusehen was ich sonst nur vom Bundeslandschild an der Autobahn kenne.

Fußgängerzone Weimar Schillers Wohnhaus

Goethe-Schiller-Denkmal

Das Standbild der Dichter Goethe und Schiller wurde 1857 eingeweiht. Es steht direkt vor dem Nationaltheater auf dem Theaterplatz in Weimar. Es war 1788 als die Dichter erstmals aufeinander trafen. Anfangs waren sich beide nicht sehr hold und sie sahen sich erst Jahre später wieder. Es entwickelte sich dann eine langjährige Freundschaft, von der beide profitierten und gemeinsame Projekte entstanden. Sie gaben sich wohl gegenseitig Ansporn. Die Freundschaft endete mit Schiller’s Tod 1805.

Goethe Schiller Denkmal

Goethe (li.) – Schiller (re.) – Denkmal

Goethe-Parkgeschichten

Der krönende Abschluss meines Besuchs in Weimar war ein „Spazier-Theater“ durch den Park an der Ilm (der direkt neben der Herzogin Anna Amalia Bibliothek liegt). Mit Goethe’s Gärtner Ferdinand Herzog (alias Henning Hacke) wanderten wir 90 min. durch den Park und erfahren Geschichten und Anekdoten über die Entstehung und Entwicklung – nicht nur aus Goethe’s Zeiten. Treffpunkt ist an der Pompejianischen Bank im Park.

Bank

Der Gärtner zeigt uns die Lieblingsplätze von Goethe, Schiller, Carl August und manche botanische Besonderheit.

Gärtner k-20161029_152448 k-20161029_153415

Denkmal William Shakespeare vor der künstlichen Ruine

Denkmal William Shakespeare vor der künstlichen Ruine

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Denkmal Franz Liszt

Denkmal Franz Liszt

Ruine des Tempelherrenhauses

Ruine des Tempelherrenhauses

Römische Haus - Gartenhaus von Carl August

Römische Haus – Gartenhaus von Carl August

Goethe's Gartenhaus

Goethe’s Gartenhaus

Besonders lebendig macht die Parkgeschichte das Spazier-Theater von Goethe’s Gärtner. Seine Einlagen lassen die erzählten Geschichten und Anekdoten richtig aufleben.

Goethes Gärtner Goethes Gärtner Goethes Gärtner

Ebenfalls kannst du bei Hennning Hacke an einem Goethe-Spaziergang teilnehmen. Bei diesem wirst du 90 min. durch die Gassen von Weimar spazieren und durch Goethe’s Leben aufgrund von Briefen von, an und über Goethe sowie Geschichten und Anekdoten reisen.

Diese Touren kannst du auch bei der Tourist-Information Weimar buchen. Infos findest du hier.

Weimar ist eine tolle sehenswerte Stadt, die kulturell viel zu bieten hat. Es war ein sehr schöner Kurztrip gewesen und nicht mein letzter Besuch in dieser Stadt.

Warst du schon einmal in Weimar gewesen? Was hat dir besonders gut gefallen? Schreib es mir gern.

 

Vielen Dank an die Tourist-Information Weimar, die meinen Ausflug mit der Droschkenfahrt und dem Spaziergang Goethe-Parkgeschichten unterstützt haben. Meine Meinung bleibt davon wie immer unbeeinflusst.

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